Claudia
Von Funcke
CURRICULUM VITAE
1966 geboren in Kiel/D
1985 Abitur in München
198 5 - 8 7 Redakteurin bei der Zeitschrift NIKE-neue kunst in Europa,
Munchen
1985 - 91 Studium der Kunstgeschichte, Theaterwissenschaften, Völkerkunde,
Romanistik und Phitosophie, München, Kötn , Augsburg
1989 - 95 Studium der Bitdhauerei bei Eduardo Paolozzi und James Reineking,
Akademie der Bildenden Kiinste, München
1996 - 97 daad-Stiipendium (Architecturat Association), London
1997 Design-Beraterin bei Free Form Arts Trust, London 2001 Lebt in
Bern/CH und München/D
AUSSTELLUNGEN
1989 90 Arche Noah", MOnchner Stadtmuseum, München
1991 48'9' N 11*37' 0", Olympiapark SOd, München
1993 Kunstftug", Deutsches Museum, Flugwerft Oberschteissheim
1995 Cordonhaus, Cham
1995 Gaterie Andreas Bastian, München (Einzetausstellung)
1996 ,Out of Egypt", Agyptische Sammtung, München
1996 ,Venezia Vetro Apeerto", Museo Vetrario, Venedig
1997 Home Exit", Goethe Institute London
1997 Lehmbruckmuseum, Duisburg
1998 ,Open Studios" Whitechapet Open, London
1998 Bdrgerhaus Pullach
1999 Sutton House, London 1999 Charies Barker, London (mit Peter Burke)
1999 cross-currents", Three Mitts, London
1999 ,clima 16", Universität de Fribourg/CH
1999 habitat, London (Einzetausstellung)
1999 Galerie Andreas Bastian, München mit Reem Badehr)
1999 Junge Kunst - Von Malerei bis Multimedia", Grosse Kunsstaus-stellung
im Haus der Kunst, München
2000 ,2 x funcke", Kunstpavitton, München (mit Rosemarie von Funcke)
2000/01 Zugriff", Kunstmuseum Diisseldorf
2001 Kunstsalon2001, Haus der Kunst, München
PREISE
1995 Gisela und Erwin Steiner Stiftung, München
1997 Jutta-Cuny- Franz Memorial Award/Skulptur und Glas, Düsseldorf
1997 Stahtkunstpreis des Kolloquium Nordrheinwestfalen, Diisseldorf
1 998 / 99 Studio Award der Florence Trsut, Studios, London
Galerie
Mariska Dirkx Wilhelminasingel 67 Nl-6041 CH Roermond The Netherlands
Phone/Fax: +31(0)475-317137 website: http://www.galeriemariskadirkx.nl
The glass artist Claudia von Funcke from Switzerland.
OMMATIDIEN
1993
Stahl, Flaschenscherben (gefused) 300 x 300 x 30cm
Die Arbeit erinnert an ein riesiges Insektenauge aus vielen Einzelfacetten.
Innerhalb der geometrischen, streng gerasteren Form einer übergroßen
Linse lagern 100 Glasblöcke aus teilweise verschmolzenen Flaschenscherben
(Weißwein, Prosecco), die eine gebogene Lichtwand kreieren. Es entwickeln
sich Überlagerungen und Überschnei-dungen unterschiedlicher Dichte
und Transparenz, die das Licht- und Schattenspiel der Umgebung wiedergeben.
Ommatidien versucht die Visualisierung unseres Wahrnehmungssystems,
zeigt den Widerspruch zwischen angestrebter wissenschaftlicher, allumfassender
Objektivität und individueller, subjektiver Wahrnehmung.
Diese individuelle Wahrnehmung bildet Seh-Raster und Seh-Muster, welche
auf Grund gesellschaftlicher, kultureller und persönlicher Hintergründe
eine visuelle Selektion unseres alltäglichen, häufig durch industrielle
Gegenstände vorgerasterten Umfeldes vornehmen. Das Flaschenglas dient
hier als Träger dieser als oft so selbstverständlich hingenommenen
Alltagswelt. Die vielfältige Prismenwirkung der Glasscherben macht
ein exaktes Bild des Hintergrundes unmöglich, entwirft jedoch je nach
Blickwinkel verschie-dene Ein- und Durchsichten.
Ommatidien = Linse = Auge = Container von angesammelten Bruchstücken
unserer Erinnerungen, die zu dem speziellen Prisma führen, mit dem
jeder seine eigene, individuelle und determinierte Realität sieht
und filtert. Die Arbeit verweist auf Ordnung, Chaos und Zufall als
komplementäre strukturbildende Faktoren unseres Sehens, aber auch
die willkürliche Poesie des Alltags. Darüber hinaus bestimmen der
Standort, der Raum, die Architektur, also der äußere Kontext - immer
integrativer Bestandteil meiner Arbeit - , wie, ob und als was etwas
wahrgenommen wird.
"Vision for me is not only what we see, it is a stance taken, an idea,
a geometry, a point of view in both senses of the phrase." Marcel
Duchamps
ALLGEMEIN Das zentrale Thema meiner Arbeit ist das Sehen, wobei das
theoretische Modell Wahrnehmung und das getreue Abbild, die physische
und psychische Verzerrung des Projektionsbildes und die Ambivalenz
und Verführbarkeit des Auges befragt werden. Irritation, Illusion
und Enttäuschung der selben, der Wechsel zwischen Bekanntem, Alltäglichen
und Unbekanntem sind Bestandteil und Methode meiner Arbeit.